Mit Andrack nach Koblenz: Keine Pause – aber Top-Stories ĂĽber Vandalen!

6. März 2010 von Harald

Trotz Vandalen - Wanderprofi Manuel Andrack weiĂź immer, wo's lang geht...

Zuerst die schlechte Nachricht: In Bendorf ist es unheimlich schwierig, ein Taxi zu bekommen.
Die gute Nachricht: Eine nagelneue Mercedes-S-Klasse hält mal eben an, um nervöse Spendenwanderer mit ihrem Gepäck doch noch pünktlich zur Medardus-Grundschule zu bringen (damit keine Missverständnisse aufkommen: Die Spendenwanderer wandern immer von Rathaus zu Rathaus, einmal im Ort angekommen, müssen sie dort aber nicht jede Strecke zu Fuß gehen).
Der freundliche Fahrer war Hotelbesitzer Haakon Herbst, nach eigenen Worten zweitgrößter Arbeitgeber der Stadt.
In Herbsts „Hotel Friends“ (Wenigerbachtal 8-25) hatten wir auch die Nacht verbracht: direkt am Wald gelegen, modern ausgestattete, ruhige Zimmer, großartig gestaltete und ausgestattete Gemeinschaftsräume (z.B. der Frühstückssaal oder das gemütliche Restaurant „Bendorfer Brauhaus“ .
Das ganze zu absolut vernünftigen Preisen: EZ 40 Euro + 9,60 Euro für ein hervorragendes Frühstück;  die sehr schmackhafte „Garnelenpfanne (10 Stück) mit Lauchzwiebeln, Kirschtomaten, Salaten der Saison und Knoblauchbaguette für 13,90 Euro.
Zu erwähnen ist auch noch das Bendorfer In-Lokal „Caféklatsch“ (Kirchplatz 5), eine gepflegt-moderne Kneipe, in der wir Donnerstag Abend schnell und fachgerecht vom emsigen Barkeeper Amir bedient wurden (Cola 1,60 Euro, Bier 1,75 Euro).

Am Freitag um 11.50 Uhr waren wir wieder auf der Strecke: Etappe 9 von Bendorf nach Koblenz. Und weil diese Etappe vollständig über den Rheinsteig führte, hatte „Wanderpapst“ Manuel Andrack sich uns angeschlossen, der die Etappe für seinen Wander-Blog auf www.wanderwunder.de noch begutachten musste. Die erste Aktion von „Fit am Ball Africa“ mit dem Projektunterstützer – entsprechend gespannt waren wir auf Stories und Tips des erfahrenen Experten.

Andracks AusrĂĽstung: unauffällig aber modern funktional – dunkelblaue Funktionsjacke (darunter dunkles Jack-Wolfskin-Fleece) und graue Fjäll-Räven-Funktionshose, auf dem RĂĽcken ein kleiner, grĂĽn-beiger Rucksack (Jura 24 von Vaude) mit Butterbrot und Trinkflasche, dazu leichte, schwarze Wanderschuhe. Trotz mit 6 Grad nur mäßiger SpätwinterkĂĽhle schĂĽtzt Andrack die Hände bis zum Warmlaufen mit Handschuhen und den Kopf bedeckt eine dunkelgraue WollmĂĽtze – ein vorsichtiger Mann!

 Während der Etappe berichtet Andrack von seinen Touren und von Lieblingswanderwegen, darunter der neue Soonwaldsteig oder – als Tagestour – der Rundwanderweg von Rhens (stromaufwärts linksrheinisch hinter Koblenz). Im Februar 2011 erscheint sein Buch „Das neue Wandern“ mit Erlebnisberichten (z.B. 75-Km-Extremwandern) und mit Erkenntnissen über medizinische und psychologische Aspekte des Wanderns.  Auch im Fernsehen ist der frühere Sidekick von Harald Schmidt wieder aktiv: Die Fernsehreihe „Wandern im Saarland“ – gemeinsam mit Prominenten wie Schlagersängerin Nicole oder Triathlon-Olympiasieger Jan Frodeno startet am 8. Juni im Saarländischen Fernsehen und im April entsteht ein neuer „Tatort“-Krimi, in dem Andrack einen Kneipenwirt in Saarbrücken spielt.

Wir wundern uns sehr über Andracks Bericht zum Thema Wanderzeichen-Vandalen: Extreme Anhänger lokaler Wanderwege, die bei Nacht und Nebel Markierungen der überregionalen „Premium-Wanderwege“ (wie z.B. Rheinsteig) vernichten – aus Neid auf die öffentlichen Mittel, mit denen diese Routen gefördert werden. An der Fähre Ehrenbreitstein-Koblenz entdeckt Andrack einen Zeichen-Schaden, der vielleicht auch auf Vandalismus zurückzuführen ist: ein Wegweiser wurde um etwa 45 Grad verdreht und weist deshalb in die Irre. Der Wanderpapst behebt kurz entschlossen den Schaden höchstselbst – und nach der Überfahrt mit dem romantischen alten Fährchen (stolze 2 Euro pro Person) erreichen wir das Rathaus Koblenz um 15.55 Uhr (19,1 Kilometer in 4,1 Stunden, Wandergeschwindigkeit 5,2 km/h).

 Eine anregende Wanderung mit Manuel Andrack (sein Kurzgutachten ĂĽber Bendorf – Koblenz: unter dem Qualitätsdurchschnitt), fĂĽr dessen Begleitung wir uns noch einmal bedanken. Sehr, sehr sportlich war’s allerdings, da der Mittelgebirgs-Experte bei Strecken dieser Länge Pausen strikt ablehnt (aĂź sein Brot Gehen!) – bis auf wenige Minuten fĂĽr einige Fotos.

Constanze, Manuel und Torsten am Ziel - dem Rathaus in Koblenz.

P.S.: zwei Spuren von Afrika fanden wir auf Etappe 9: den „Wüstenhof“ in Weitersburg und einen dunklen Garten-Deko-Löwen in Vallendar – ein uns bis dato noch unbekanntes Modell

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